Informationen zum Berufsorientierungsprogramm BvBO 2.0

Bund Freiheit der Wissenschaft

Bund Freiheit der Wissenschaft
(BFW)
Zweck: 1. Die Freiheit von Forschung, Lehre und Studium zu wahren und zu fördern, 2. sich jeder Unterwerfung unter die Machtansprüche einzelner Gruppen oder Interessen zu widersetzen, 3. auf eine Politik zu drängen, die eine stetige Verbreiterung der Bildungschancen mit der Aufrechterhaltung der Leistungsmaßstäbe verbindet.
Vorsitz: Drei Vorsitzende und der Schatzmeister
Gründungsdatum: 17. November 1970
Auflösungsdatum: 17. November 2015
Mitgliederzahl: ca. 5200 (1970er Jahre)
Sitz: Bonn
Website: Bund Freiheit der Wissenschaft (Memento vom 29. Januar 2018 im Internet Archive)

Der Bund Freiheit der Wissenschaft (BFW) war ein eingetragener Verein von Personen aus verschiedenen politischen und gesellschaftlichen Richtungen[1], der sich laut Eigenbeschreibung u. a. für die Freiheit der Wissenschaft und die Leistungsfähigkeit der Hochschulen und Schulen einsetzte.[2]:100 f. Schwerpunkt der Vereinstätigkeit war die Öffentlichkeitsarbeit zu Themen der Bildungspolitik. Er war eine heterogene Sammlungsbewegung, in der alle politisch aktiven Altersgruppen, die drei großen bundesrepublikanischen Parteien und viele verschiedene Berufssparten vertreten waren,[3] die sich unter anderem als Reaktion auf psychische und physische Gewalt von Teilen der Studierendenbewegung gegen Andersdenkende an den Universitäten zu einem Verband formiert hat.[4]:287[2]:79,85,260,234 Der BFW entwickelte sich zur wichtigsten Plattform für den sich infolge der 68er-Bewegung formierenden intellektuellen Konservatismus in der Bundesrepublik Deutschland.[5][4] Entstehungskontext des BFW sind die Studierendenbewegung, die Hochschulreform und die Bildungsexpansion in den 1960er Jahren.

Bis ins letzte Drittel der 2000er-Jahre wurden die Gegner von Teilen der Studierendenbewegung bei der Historisierung der 68er-Bewegung und der 70er Jahre kaum beachtet.[2]:25 Bis zu diesem Zeitpunkt war über die „Achtundsechziger“ viel geschrieben worden, wenig aber über den Widerstand, den diese Bewegung aus den Universitäten selbst und aus anderen Bereichen der Gesellschaft erfuhr.[6] Mit den neueren historischen Forschungen mussten endgültig damalige Missverständnisse zwischen den „Achtundsechzigern“ und dem Bund Freiheit der Wissenschaft wie auch verbreitete hartnäckige Legenden über den BFW deutlich korrigiert werden, denn die BFW-Mitglieder waren viel jünger, als es damals gelegentlich verbreitete Vorstellungen suggerierten.[3] Außerdem hatte er in der Führungsriege, aber auch unter den Mitgliedern vom Regime des Nationalsozialismus Verfolgte und Remigranten, Christdemokraten und Sozialdemokraten.[4]:15 Der Verband war kein Sammelbecken von Reformgegnern, sondern betonte stets die Notwendigkeit von Reformen.[2]:74

Die Erfahrungen meist psychischer, aber auch physischer Gewalt durch die Studierendenbewegung in der damaligen Zeit des Kalten Krieges trugen erheblich zur Entstehung, aber auch der weiteren Solidarisierung mit dem BFW bei.[2]:79,85,155,260,50 Aber auch eine damalige Befürchtung einer Unterwanderung der Universitäten und einer sozialistischen Revolution spielte eine Rolle für die Entstehung des Verbandes, der in einer Zeit entstanden war, in der die Sozialistische Einheitspartei Deutschlands (SED) an den Hochschulen West-Berlins zum Teil großen Einfluss hatte.[7]:257[8] In diesen Zusammenhängen erzeugte Sorge, dass Teile radikaler Studierender zur „Eroberung der Universität“ als erster Station auf dem „langen Marsch durch die Institutionen“ aufgerufen hatten.[9]

Nach Auffassung des BFW wollten die radikalen Teile der Studierendenbewegung den Marxismus nicht mehr als eine wissenschaftliche Deutungsmöglichkeit unter vielen, sondern nach dem Vorbild des „Ostblocks“ als Leitideologie aller Forschung und Lehre zu Grunde legen. Die Verbandsmitglieder argumentierten, der Marxismus dürfe nicht zum Wahrheitsmonopol erhoben und als allumfassendes Paradigma an den Hochschulen fungieren, habe aber dort als eine kritische Methode unter anderen durchaus seinen Stellenwert.[2]:71

Die Analysen der neueren Forschung ergaben, dass es sich bei den Mitgliedern zwar vorrangig um eine männliche, von bürgerlichen Werten geprägte Bildungselite handelte, sie aber doch jünger und in ihren Einstellungen wesentlich moderner und progressiver war, als ihnen von ihren Gegnern unterstellt wurde,[2]:461 für die der Interessenverband gelegentlich geradezu ein „Feindbild“ war.[2]:253,360,409,443 f. So traten sie etwa für eine notwendige Hochschulreform, die Abschaffung der Ordinariate und eine Besserstellung der Nichtordinarien und Assistentinnen und Assistenten ein.[2]:281,461,271 Viele der im BFW organisierten Professorinnen und Professoren erlangten ihren wissenschaftlichen Ruf zudem in den „methodisch-theoretisch innovativsten Forschungszweigen“ ihrer Fächer und sahen ihre Arbeit als einen „Beitrag zur Festigung der liberal-demokratischen Gesellschaftsordnung der Bundesrepublik“ an.[4]:102 f.

In den Zeiten der politisch-intellektuellen Polarisierung des westdeutschen akademischen Milieus in den 1970er Jahren waren prägende Figuren des BFW in seinem ersten Wirkungsjahrzehnt höchst namhafte Geistes- und Sozialwissenschaftler, hochrangige Wissenschaftsfunktionäre und einflussreiche wie z. B. Ernst Fraenkel, Wilhelm Hennis, Roman Herzog, Georg Nicolaus Knauer, Helmut Kuhn, Richard Löwenthal, Hermann Lübbe, Hans Maier, Thomas Nipperdey, Ernst Nolte, Heinz-Dietrich Ortlieb, Konrad Repgen, Walter Rüegg, Erwin K. Scheuch, Alexander Schwan, Otto von Simson und Friedrich Tenbruck. Schon diese Liste korrigiert ein verbreitetes Klischeebild, bei den im BFW organisierten Professorinnen und Professoren habe es sich um das letzte Aufgebot einer älteren, erzkonservativen und vielfach NS-belasteten Ordinariengeneration gehandelt, der die Studierendenbewegung den tausendjährigen Muff unter den Talaren wegblasen wollte. Ein Großteil der genannten Mitglieder zählte um 1970 noch zu den jüngeren Professorinnen und Professoren und war akademisch nach 1945 sozialisiert worden und erst Anfang der 60er Jahre, also kurz vor der „68er-Revolte“ auf die Lehrstühle gerückt (so Roman Herzog, Hermann Lübbe, Hans Maier, Thomas Nipperdey, Erwin K. Scheuch und Alexander Schwan). Hinzu kamen vom Regime des Nationalsozialismus Verfolgte und Remigranten wie Ernst Fraenkel, Helmut Kuhn, Richard Löwenthal und einige mehr. Christdemokraten wie Roman Herzog, Helmut Kuhn, Hans Maier, Konrad Repgen und Sozialdemokraten wie Richard Löwenthal, Hermann Lübbe, Thomas Nipperdey, Heinz-Dietrich Ortlieb und Alexander Schwan hielten sich ungefähr die Waage.[4]:15 Auch der Erfinder des Vereinsnamens, der Historiker Ernst Nolte, galt damals mit seiner typologisch verfahrenden Faschismusanalyse noch keineswegs als konservativ.[3]

Einer der Hauptgründer der NofU, die einer der Verbände war, aus dem der BFW entstand, war Ernst Fraenkel, der als einer der „Väter“ der modernen Politikwissenschaft in der Bundesrepublik Deutschland und West-Berlin gilt[10] und im Dritten Reich als Jude (auch im Widerstand gegen den Nationalsozialismus) gezwungen war, Deutschland zu verlassen. Sein schon 1940 in den USA und dann 1974 in Deutschland erschienenes Werk „Der Doppelstaat“ gilt auch heute noch als wesentliche Standardliteratur über das nationalsozialistische Deutschland.[11] Fraenkel sah durch monatelange Angriffe und Bedrohungen der Studierendenbewegung gegen Andersdenkende und ihn selbst große Gefahren und litt sehr darunter.[2]:68 Die Studierendenbewegung beanspruchte aber für sich, den deutschen Widerstand stellvertretend nachzuholen und gegen „faschistische“ Strukturen des deutschen Staates zu kämpfen.[2] Die andere Seite sah das als Gefährdung der jungen Demokratie und zog Parallelen zum Ende der Weimarer Republik. Aus diesen Gegensätzen wuchs die damalige Auseinandersetzung besonders an den Hochschulen.
Die neuere Forschung hat inzwischen gezeigt, dass ein Wandel in der öffentlichen Aufarbeitung des Nationalsozialismus bereits vor der 68er-Bewegung eingesetzt hatte und dass sie möglicherweise sogar den Nationalsozialismus als „in der Gegenwart ubiquitär anzutreffenden Faschismus“ wieder entpersonalisiert und „derealisiert“ hat. Dies hat nach neuesten zeithistorischen Forschungen zu einer politischen „Begriffsverwilderung“ geführt, wie sie auch an den damaligen Auseinandersetzungen um den NofU und den BFW abzulesen ist.[2]:69

Seit den 1970ern gab es trotzdem zahlreiche Bezeichnungen des Verbands als rechtsextreme Vereinigung, wie etwa „Rechtskartell“, „akademische NPD“, „brauner“ oder „faschistischer Bund“. Auch Graffiti wie „Schluß mit dem braunen Bund Freiheit der Wissenschaft“ wurden in den Universitäten angefertigt. Hier nahm die bis heute verbreitete Praxis der gegenseitigen Faschismusvorwürfe ihren Ausgang.[2] Jüngere Professoren wie zum Beispiel der Sozialdemokrat Thomas Nipperdey, die sich selbst zur liberalen Reformavantgarde zählten, waren empört, dass die Studierenden sie selbst als „Nazis“ angriffen mit Äußerungen wie „NiPerDey ist ein Faschistenschwanz“.[4]:118

Aber auch manche Reaktionen des BFW führten dazu, dass die Auseinandersetzungen zwischen „Rechts“ und „Links“ sich in den 1970er und 1980er Jahren intensivierten. In Reaktion auf die Proteste gegen den Vietnamkrieg, die Notstandsgesetze und den Radikalenerlass und die damit zusammenhängenden, angeblich verfassungsfeindlichen studentischen Unruhen beschworen zum Beispiel die Mitinitiatoren des BFW, Karl Holzamer und Gerhard Löwenthal, medienwirksam die vermeintliche Gefahr eines kommunistischen Umsturzes in der Bundesrepublik. Beide „Seiten“ gerieten immer tiefer in eine Spaltung in ein „rechtes“ und ein „linkes“ Lager.[2]:463,453 Seit den 1990er Jahren wandte er sich zunehmend der Schulpolitik und weiteren Fragen der Hochschul- und Bildungspolitik zu.[2] Die verbliebenen Veteranen des BFW übrigens kämpften bis ins Jahr 2014 an entscheidender Stelle fast Seit’ an Seit’ mit den Studentenvertretungen gegen die Bologna-Reform. Aber das hatten beide Seiten gar nicht recht bemerkt.[9] Der Verband litt später teilweise unter Geldmangel und dem hohen Alter seiner Mitglieder und löste sich im Jahre 2015 auf.[2]
Arbeiten zum BFW reproduzierten aufgrund der vielen Missverständnisse und Missdeutungen aus seiner Entstehungszeit noch bis zum Ende der 2000er Jahre die typischen Allgemeinplätze gegen den Verband. Dieses Muster brachen erstmals wissenschaftlich fundierte und ausgewogenere Artikel aus den Jahren 2008 und 2010.[2]:25

Geschichte

Die neuere zeithistorische Forschung legt wert darauf, auch die Nachfolgewirkungen der Studierendenbewegung zu thematisieren, die die ältere Forschung kaum beachtet hat, obwohl sie für die Konstitution des BFW eine wichtige Rolle spielten: Die Erfahrungen meist psychischer, aber auch physischer Gewalt durch die Studierendenbewegung trugen erheblich zur Entstehung, aber auch der weiteren Solidarisierung mit dem BFW bei.[2]:79,85,155,260,50

Es wird in der Rückschau über die bekannten Bilder von Vietnamkongress und Kommune I oft vergessen, dass die 68er-Bewegung zuallererst eine Hochschulrevolte war. Hochschullehrerinnen und Hochschullehrer waren die ersten Leidtragenden der Studierendenbewegung. Der „Ordinarius“ mit dem tausendjährigen Muff unter dem Talar war für die Studierenden das Sinnbild eines vermeintlich reaktionären Hochschulsystems.[9] Besonders in den frühen 1970er Jahren gab es teils äußerst gewalttätige Aktionen durch Studierende aus dem extrem linken Spektrum gegen andersdenkende Lehrende und Studierende.[4]:287 In Vorlesungen und Seminaren wurden Andersdenkende zudem mit Zwischenrufen und Sprechchören, nicht selten auch mit Eiern und Farbbeuteln angegriffen.[9]

Ursachen und Gründe für die Entstehung: psychische und physische Gewalt

Gerade aus der Entstehungszeit des BFW gibt es viele Beispiele von Gewalt Studierender des extrem linken Spektrums gegen Lehrende, aber auch gegen Kommilitonen.[2][4] beispielsweise stieß früh zur NofU. Er konnte 1969 die Zwischenprüfung schon nur noch unter Polizeischutz abnehmen. Es kam auch in den Folgejahren zu einer Kampagne, die für ihn eine zweijährige „Hetzjagd ohnegleichen“ bedeutete. 1973 etwa drohten ihm (der „Sau“) zwei Studierende mit einem „Genickschuß“. kam durch die ganze Situation einem „psychischen und physischen Zusammenbruch“ nahe.[2]:244
Eines der frühen Mitglieder war auch , Lehrstuhl-Inhaber an der Technischen Universität zu Berlin. Auch er gab in den 1970er Jahren seine Erfahrungen mit physischer Gewalt im Zusammenhang mit Teilen der Studierendenbewegung zu Protokoll.[4][12]

1970 erschienen 70 Studierende in einer Sitzung an der Freien Universität Berlin, um – laut einem Eigenbericht – „der Reaktion auf die Finger zu klopfen“. Mit „Reaktion“ war der Romanistikprofessor und Sozialdemokrat Erich Loos gemeint, der in der Zeit des Nationalsozialismus vom Regime verfolgt worden war. 1967 war er Redner auf der offiziellen Trauerfeier für Benno Ohnesorg. Zugleich gehörte er später aber wegen der Ereignisse der Gewalt an der Universität der NofU an. Sein Name stand gemeinsam mit anderen Vorstandsmitgliedern auf beinahe allen NofU-Publikationen. Die 70 Studierenden bezeichneten Loos als „Sumpfkröte“ und bewarfen ihn mit Eiern, während er versuchte, sich hinter einem Tisch zu schützen.[4]:288

Die Unruhen an den Universitäten schockierten viele Remigranten. Hans Maier bekam zahlreiche Anrufe jüdischer Kolleginnen und Kollegen, die von antisemitischen Aggressionen an Universitäten berichteten. Edith Eucken-Erdsiek aus Freiburg, Hilde Domin aus Heidelberg, Ernst Fraenkel und Richard Löwenthal aus Berlin meldeten sich bei ihm. In München waren Helmut Kuhn und Friedrich Georg Friedemann Zielscheiben vieler Angriffe. Die monatelangen Angriffe hatten Fraenkel und Domin seelisch zermürbt, beide fragten Maier am Telefon: „Fängt das nun in Deutschland schon wieder an?“[2]:68

Richard Löwenthal, der 1931 als Jude seine Dissertation nicht mehr hatte veröffentlichen können und bald darauf emigriert war, sagte 1970 in einer Fernsehsendung:

„Am meisten […] ähneln die Formen des studentischen Terrors, die wir in den letzten Jahren gehabt haben, den faschistischen. Es ist nicht eine Frage des Prozentsatzes […] wenn an soundso vielen Universitäten sich immer wieder herausstellt, dass bestimmte Leute wegen ihrer Meinung zu einer Zielscheibe der Beleidigung und Bedrohung, der physischen Angriffe, der Bedrohung ihrer Familien und der Unmöglichmachung ihrer Existenz gemacht werden; daß gezielte Kampagnen gegen Hochschullehrer mit allen Mitteln […] wegen ihrer Gesinnung […] stattfinden. Und dann möchte ich Sie fragen, Herr Westphalen, wenn Sie alt genug gewesen wären, 1932 zu erleben, wie die ersten Vorlesungen von Hochschullehrern wegen ihrer Rasse gestört wurden, mit ähnlichen, mit vergleichbaren Methoden — ich möchte wissen, ob Sie damals die Frage nach dem Prozentsatz gestellt hätten.“

Aber auch Äußerungen von Professoren, die der Studierendenbewegung zuerst sehr positiv gegenüber eingestellt waren, lauteten angesichts der Gewalt an den Universitäten ähnlich. So erhob Jürgen Habermas den Vorwurf des „Linksfaschismus“ (den er allerdings kurze Zeit später öffentlich zurückgenommen hat) und Max Horkheimer wies darauf hin, „eine Affinität zur Geisteshaltung der nach der Macht strebenden Nazis“ sei „unverkennbar“. Bei der Bewegung gehe es „um die Freude am Krawall, das Ausleben von Aggressionen“. Auch Theodor W. Adorno soll gesagt haben: „Ich habe ein theoretisches Denkmodell aufgestellt. Wie konnte ich wissen, dass Leute es mit Molotow-Cocktails realisieren wollen.“ Mittlerweile gibt es auch von ehemaligen Mitgliedern der Studierendenbewegung, die sie mittlerweile kritisch sehen, ähnliche Äußerungen, wie z. B. von Götz Aly.[2]:69

Viele Professorinnen und Professoren hatten in dieser Situation das Gefühl, ihre „geistige Heimat“ verloren zu haben, einige litten sehr unter den Handlungen radikaler Studierender (beispielsweise , Konrad Repgen, Erwin K. Scheuch, Gerhard Kaiser und Friedrich Tenbruck).[2]:78 Tenbruck war Ende der 1960er Jahre massiv von Teilen der Studierenden angegriffen worden, so dass er bis in die 1970er Jahre von der Vorlesungspflicht befreit werden musste. Er war von 300 Studierenden in Heidelberg vom Campus gedrängt, mit Tomaten beworfen und anschließend auf einer „Autojagd“ quer durch die Stadt verfolgt worden. 1972 beschloss eine Vollversammlung von Studierenden in Tübingen seine „Absetzung“. Tenbruck hat diese Ereignisse nie ganz verwunden.[2]:232 In mindestens einem bekannten Fall endete die Gewalt mit einem Suizid: Im September 1969 nahm sich , Professor für Philosophie an der Universität Heidelberg, das Leben.[2]:78 Der Rektor Werner Conze, der Dekan der Philosophischen Fakultät Bodo Müller und der Philosoph Hans-Georg Gadamer schrieben in einem Brief:

„Die Philosophische Fakultät kann aufgrund genauer Ermittlungen nicht mehr daran zweifeln, daß der Verstorbene sich in seinem Recht der freien Lehre und der Hingabe an seinen Lehrberuf zutiefst verletzt gefühlt hat. Die im Sommersemester erfolgte Behinderung seiner Vorlesung durch Studenten […] hat er nicht verwinden können.“

Die Belastungen durch die psychische und physische Gewalt hatten weitere Folgen: Einige Professoren verließen die Bundesrepublik, beispielsweise folgte Hermann Lübbe 1970 einem Ruf in die Schweiz, Walter Rüegg ging 1973 an die Universität Bern und Georg Nicolaus Knauer wanderte 1975 von der Freien Universität Berlin aus nach Philadelphia aus.[2]:78 Er sagte in einer Rede 1974:

„Sie [Gruppen von jungen Extremisten] beschlagnahmten sogleich das schöne Wort ‚Reform‘, fanden die lebhafteste Unterstützung zahlreicher etablierter liberaler Intellektueller und beschuldigten jeden, der ihren ‚Reformvorschlägen‘ ein wenn auch nur zögerndes ‚Nein‘ oder ‚Aber‘ entgegensetzte, kurz aber wirkungsvoll als ‚Reformgegner und Faschisten‘.“

Georg Nicolaus Knauer: Über die Kunst der politischen Selbstverteidigung in der Demokratie[15]

Hans Maier berichtet von etlichen „entmutigenden“ Vorfällen:

„Kampagnen gegen ältere und empfindlichere Gelehrte, die den Belastungen nicht gewachsen waren, gesundheitliche Beeinträchtigungen, Depressionen, Zusammenbrüche, sogar Selbstmorde waren die Folge. Zwei solcher Katastrophen habe ich aus der Nähe erlebt.“

Hans Maier: Böse Jahre, gute Jahre. Ein Leben 1931 ff.[16]

Auch Papst Benedikt XVI. berichtet aus dieser Zeit:

„Ich hatte in der eigenen Vorlesung […] nie Störungen. Dennoch habe ich dramatisch erlebt, welcher Terror da war.“

Benedikt XVI.: Letzte Gespräche[17]

Von Hans Maier war Joseph Ratzinger damals für den Bund Freiheit der Wissenschaft gewonnen worden und wurde Mitglied.[17]

Georg Nicolaus Knauer war bereits früh inoffizieller „Anführer“ der NofU.[4]:150 Georg Nicolaus Knauer, seit 1966 Ordinarius für Alte Philologie an der Freien Universität Berlin, hatte schon 1967 in einem Artikel im Oxford Magazine international auf die Lage an seiner Universität hingewiesen, um Mitstreiter zu finden.[2]:214 Neben der Publikation kritischer Texte arbeiteten viele spätere BFW-Begründer auch als Gutachter gegen die radikalen Teile der Studierendenbewegung. Knauer schrieb beispielsweise zusammen mit Fritz Borinski, dem damaligen Ordinarius für Erziehungswissenschaften, im Auftrag des Rektors der Freien Universität Berlin 1967 ein Gutachten über die „Kritische Universität“. Dabei wurden sie beraten von Richard Löwenthal und dem Soziologen Otto Stammer. Das Papier kam zu dem Schluss, entgegen der Behauptung des Allgemeinen Studentenausschusses (AStA), die „Kritische Universität“ sei ein Beitrag zur Hochschulreform, ein Organ der Studierendenschaft und ein Ort der Beschäftigung mit „kritischer Wissenschaft“, sei sie vielmehr der Arm außeruniversitärer politischer Kräfte wie der APO und eine „Kaderschule“ an der Universität. Auf Grundlage dieser Stellungnahme beschloss der Akademische Senat der Freien Universität Berlin 1967, die „Kritische Universität“ „vorerst nicht zu unterstützen“.[2]:82 f.
Auch der spätere Historiker Michael Wolffsohn trat jung in die NofU ein. Wolffsohn war sehr aktiv und gründete die Reformgruppe Geschichte an der Freien Universität Berlin mit.[2]:175 Kezia Knauer[4]:226 und Rita Braun-Feldweg[18] waren Persönlichkeiten im frühen Umfeld der NofU.

Erwin K. Scheuch an der Universität Köln war zunächst ein starker Fürsprecher der Studierendenbewegung. Ein Flugblatt bezeichnete ihn noch Anfang 1968 als das „liberale Idol“ der Kölner Studierendenschaft. Bei einer Gedenkfeier des Kölner AStA für Benno Ohnesorg im Juni 1967 kritisierte er harsch die West-Berliner Polizei und die Springer-Zeitungen. Wiederholt fragte Scheuch im Sommer 1967 öffentlich nach der „Mitschuld der Gesellschaft“ an der Eskalation des Protests.[4]:127 Zum Beispiel fragte er in einer Rede:

„[War nicht eine wesentliche Ursache der Unruhe in der Jugend,] daß uns diese Generation beim Worte nimmt, daß sie praktische Demokratie und Freiheit dort erwartet, wo wir Demokratie und Freiheit nur sagen? [Die Älteren müssten sich vor dem „Pharisäertum“ hüten,] jeden Formfehler der Studenten zum Anlaß der Distanzierung von unbequemen Studenten zu nehmen.“

Scheuch gilt als einer der „Väter“ der empirischen Soziologie der Bundesrepublik. Die Wahlforschung wird bis heute nach seinem Konzept betrieben, seine Methode ging in die Schulbücher ein.[2]:228
Noch im Dezember 1967 zeigte sich Scheuch in einem Brief an Tenbruck überrascht, dass dieser die Proteste „so tragisch“ nehme. Sicherlich kämen in ihnen auch irrationale Affekte zum Ausdruck. Mehr Grund zur Besorgnis gäbe aber die zu befürchtende Reaktion von rechts: „Ich habe den Eindruck, daß alle illiberalen rechten Kräfte in Deutschland darauf gewartet haben, daß die Illiberalen von links den Terror gegen die liberale Mitte ausüben“.[4]:127 Der in Frankfurt 1968 wurde für Scheuch allerdings zu seinem einschneidenden Konflikt mit den Aktivisten des „Sozialistischen Deutschen Studentenbundes“ (SDS).[4]:128,141,463 Scheuch hielt nach einer von ihm selbst als stellvertretendem Vorsitzenden der „Deutschen Gesellschaft für Soziologie“ anberaumten Podiumsdiskussion mit Hans-Jürgen Krahl und dessen SDS-Mitstreitern das Gespräch nunmehr für sinnlos.[4]:128 Scheuch war entsetzt über die totalitären Forderungen der Studierenden[2]:229 und schrieb einen Leserbrief an die Frankfurter Allgemeine Zeitung:

„[Nun sei für ihn] kein Gespräch mehr möglich, sondern nur noch Selbstschutz gegen die Romantiker der physischen Gewalt. [Abgestoßen hatten ihn] der terroristische Charakter der Diskussionsweise, die Stereotype des Denkens, die Beschimpfungen und nicht zuletzt blanker Hass [der SDS-Sprecher], gemischt mit Furcht [der SDS-Sprecher].“

Scheuch wurde später zum Pressesprecher des BFW, was ihn bei den linken Kölner Studierenden nicht beliebter machte. Eine eigene „Arbeitsgemeinschaft Scheuch-Vorlesung“ störte seine Veranstaltungen und der Marxistische Studentenbund Spartakus und der Sozialdemokratische, ab 1972 Sozialistische Hochschulbund (SHB) forderten seine Entlassung. Dass gleichzeitig ein „Hillgruber-Komitee“ den neu berufenen Historikerkollegen Andreas Hillgruber attackierte und weitere Kollegen bedrängt wurden, erzeugte eine gewisse Standessolidarität. Mit seinem bewunderten Lehrer René König zerstritt sich Scheuch, was auch im unterschiedlichen Verhalten gegenüber den linksextremen Gruppen an der Universität lag. Scheuch führte im Laufe der Jahre zwölf siegreiche Prozesse und engagierte sich publizistisch gegen die Bedrohung der Wissenschaftsfreiheit. Seine Opponenten wie der Historiker Hans-Ulrich Wehler, die selbst nicht zur Zielscheibe geworden waren, verharmlosten später die Attacken auf die Professoren. Scheuchs Ehefrau und Mitarbeiterin berichtete, dass ihr Mann sehr unter den Angriffen gelitten habe.[3]

Schon 1971 verliefen die Grenzen innerhalb der Gremien längst nicht mehr entlang der Statusgruppen der Universität. Vielmehr hatten sich seit Beginn der Gruppenuniversität statusübergreifend organisierte politische Lager gebildet. Auslöser für diese Entwicklung war die Politisierung der Universität durch die 68er-Bewegung gewesen, die zu einer ersten Aufspaltung in „linke“ und „rechte“ Lager geführt hatte. Durch die Auswirkungen der Universitätsgesetze, aber auch durch die Gegenwehr des BFW, wurde ein weiterer Polarisierungsprozess in Gang gesetzt. Auch die „liberalen“ Kräfte der „Mitte“ wurden mehr und mehr von den Gewalttätigkeiten der und K-Gruppen oder der oft scheiternden und langwierigen Gremienarbeit abgeschreckt und hatten begonnen, mit BFW-Vertretern zu koalieren. Das prominenteste Beispiel dafür ist wohl Alexander Schwan, Direktor am Otto-Suhr-Institut, der noch 1969 maßgeblich den „revolutionären“ Satzungsentwurf des Instituts mit entwickelt hatte und in diesem Sinne für eine Durchsetzung des Vorschaltgesetzes und ein Unterstützer von Rolf Kreibich gewesen war. Schwan gründete 1971 zusammen mit der NofU die „Liberale Aktion“, die aus einem breiten Bündnis entstanden war.[2]:371 f. In ihr gab es unter anderem die sozialdemokratischen Arbeitsgemeinschaften der Liberalen Aktion, in der u. a. Nipperdey, Schwan und Heinrich August Winkler zusammenarbeiteten.[4]:352

Politische Sprachkritik in der jungen Bundesrepublik und der BFW

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Im intellektuellen Diskurs der späten 1960er und der 1970er Jahre war auch die Sprache ins Zentrum des Räsonierens gerückt. Dabei entdeckten einige wortgewaltige Sozialwissenschaftler und Philosophen die politische Sprachkritik als Mittel in ihrer Auseinandersetzung mit der intellektuellen Linken. Sie standen alle in mehr oder weniger enger Verbindung zum BFW. Hans Maier hatte die sprachkritische Interpretation der Neuen Linken ins Spiel gebracht. Als 1931 geborener Politikwissenschaftler gehörte er der Generation der 1945er an, jener Geburtsjahrgänge ungefähr zwischen 1922 und 1932 also, die das Ende des „Dritten Reiches“ als Jugendliche erlebt und mit dem Neubeginn in der Demokratie identitär eng verbunden waren. Maier wurde 1967 in seiner Auseinandersetzung mit der erstarkenden Nationaldemokratischen Partei Deutschlands (NPD) die Bedeutung der politischen Sprache bewusst. Zunächst suchte er den Wortschatz der NPD seiner demokratischen Camouflage zu entkleiden, zu „enttarnen“ und zu „entschleiern“, um die antidemokratische Stoßrichtung der Rechtsextremen offen zu legen. Er war jung auf den Lehrstuhl für politische Wissenschaften am Geschwister-Scholl-Institut der Ludwig-Maximilians-Universität München berufen, wo er unter anderem auf Eric Voegelin traf. Durch die Auseinandersetzung mit der NPD sensibilisiert kritisierte er dann die Sprache der Neuen Linken wie der politischen Theologie. 1968 griff er die „Kohorte der Nachredner und Nachbeter“ eines Jürgen Habermas, Theodor W. Adorno oder Ernst Bloch an, aber nicht diese selbst, die „Bedeutendes“ zu sagen hätten. Deren Nachahmer aber, so Maier, verwendeten ein „klischeehaft erstarrtes, bösartig trommelndes Deutsch, eine Formelsprache, deren Zweck nicht Mitteilung, sondern Deklamation und Übertäuben“ sei. In der Studierendenbewegung täglich konfrontiert, sah Maier also eine ähnliche Gefahr für die junge Demokratie der Bundesrepublik. Zwischen der „Sprach- und Gesellschaftsveränderung“, die er aufmerksam beobachtete, bestand, so war Maier überzeugt, ein enger Zusammenhang.[5] Auch der BFW trat für das Konzept der „wehrhaften Demokratie“ ein.[2]

Ursachen und Gründe für die Entstehung: Debatten um Hochschulreformen

Zum Motiv der Ablehnung psychischer und physischer Gewalt kam auch ein politisches hinzu. In der Absicht, die Studierendenbewegung einzuhegen, kamen nach 1968 viele Bundesländer ihrer wichtigsten hochschulpolitischen Forderung entgegen: der Ausweitung der Mitbestimmung Studierender in der akademischen Selbstverwaltung. Unter dem Stichwort „Demokratisierung“ schuf das West-Berliner Hochschulgesetz von 1969 annähernd eine Drittelparität von Studierenden, Assistenten und Hochschullehrerinnen und Hochschullehrern in den Kollegialorganen. Die Studierenden erlangten so erstmals relevanten Einfluss auf die Verteilung von Forschungsgeldern, auf Berufungsverfahren, auf Promotionen und selbst auf ihre eigenen Prüfungsordnungen. Gerade der radikalere Teil der Linken unter den Studierenden nahm das als Freibrief. An der Freien Universität Berlin wählte im November 1969 ein drittelparitätisches Konzil den 31-jährigen Soziologie-Assistenten Rolf Kreibich zum deutschlandweit ersten Universitätspräsidenten ohne Promotion.

Kreibich hatte die Wahl vor allem dank des Versprechens gewonnen, bei künftigen Protesten keine Polizeieinsätze mehr auf dem Universitätsgelände zuzulassen. Die kommunistischen nutzten das gleich im Dezember 1969, um den Abbruch einer BWL-Vorlesung zu erzwingen. Die geschockten Dekane der Freien Universität Berlin sprachen beim Regierenden Bürgermeister Klaus Schütz (SPD) vor. Der bekundete sein Verständnis, griff aber nicht ein.[9]

Erst als das Thema der „Mitbestimmung“ ein gewichtiges wurde und der Staat ein Mitspracherecht weiterer Statusgruppen an der Universität verankerte, wurde also politisches Kapital eine nicht mehr zu unterschätzende Größe in den Hochschulen. Besonders „als der Marxismus zur Leitideologie erhoben werden sollte“, sei eine bedrohliche „Problemlage“ für die späteren BFW-Mitglieder entstanden und sie begannen, ebenfalls politisches Kapital zu mobilisieren. Sie organisierten ihre institutionelle Verteidigung mit Hilfe eines Interessenverbandes, des BFW.[2]:79
Schon im Gründungsaufruf von 1970 hieß es zum Marxismus:

„[Die Wissenschaft] kann nur existieren, solange kein Dogma im voraus festlegt, was das Gute und was das Böse ist. Daher hat der Marxismus einen legitimen Platz an der Hochschule, sofern er sich als selbstkritische Methode der Erkenntnis versteht, nicht dagegen als fanatischer Anspruch auf Alleinbesitz der Wahrheit oder gar militanter Aktionismus.“

Bund Freiheit der Wissenschaft: Gründungsaufruf[21]

Hans Joachim Geisler, Mitgründer der NofU und des BFW, kann man als eines der aktivsten BFW-Mitglieder und eine der treibendsten Kräfte im Verband bezeichnen (im Jahre 2011 übertrug der BFW Geisler deshalb – erstmals in der Geschichte des Verbandes – einen eigens dafür geschaffenen Ehrenvorsitz).[2][22] Michael Wolffsohn hielt eine Laudatio, in der er die Eigensicht der in NofU und BFW engagierten Akteure schilderte.[18] Geisler begründete seine Motivation für sein Engagement in den 2010er Jahren rückblickend mit drei Argumenten, die die zeithistorische Forschung u. a. mit der Ablehnung von Gewalt und Totalitarismus als typisch für einen großen Teil der im BFW engagierten Personen ansieht:

„Was wir alle empfunden haben 1969, war, dass die Universität zerstört zu werden drohte durch eine Art Zangengriff einerseits von diesen linksradikalen Störern der Lehrveranstaltungen […] und auf der anderen Seite […] der Erfüllung der Forderung dieser Leute durch das Berliner Universitätsgesetz. […] Also, wir fühlten uns einfach vom Staat völlig im Stich gelassen und andererseits diesen unmittelbaren Bedrohungen, die für manche Kollegen wirklich schlimm und gefährlich waren, ausgesetzt […]. Das zweite war aber auch die Sorge um die Demokratie in Deutschland. Diese Studentenbewegung hat sich ja ausdrücklich auf kommunistische Diktatoren […] berufen, und da kam bei vielen Älteren auch die Erinnerung an die Zeit des NS wieder […] und die sagten: Unsere Kinder sollen uns später mal nicht fragen: Warum habt ihr nichts getan? […] In West-Berlin kam natürlich dazu, dass die kommunistische Bedrohung besonders spürbar war. Die Russen standen mit ihren Panzern rings um Berlin, […] das Chruschtschow-Ultimatum war nicht vergessen […]. Diese Bedrohung war real und war lebendig.“

Die im BFW organisierten Hochschullehrerinnen und Hochschullehrer sahen sich um 1970 also durch den Druck der Studierenden und die politischen Steuerungsversuche von unten und oben in die Zange genommen.[3]

Neben der Bildungsexpansion und der Studierendenbewegung waren vor allem Strukturveränderungen ein, wenn nicht sogar der wichtigste Auslöser für die Gründung des BFW:[2]:73

„Die Freiheit der Wissenschaft ist heute von zwei Seiten bedroht: Durch den Gesinnungsterror ideologisch fanatisierter Gruppen an den Hochschulen gegen Andersdenkende und durch Bestimmungen in einer Reihe von Hochschulgesetzen, die Nichtwissenschaftlern zunehmenden Einfluß auf die Bewertung wissenschaftlicher Leistungen und die Auswahl wissenschaftlicher Lehrer gewährt haben.“

Bund Freiheit der Wissenschaft: Programmerklärung[23]

Dem Ziel, eine Einführung der Drittelparität und der Gruppenuniversität zu verhindern, verschrieben sich auch die etwa 1500 Hochschullehrerinnen und Hochschullehrer von mehr als 30 westdeutschen Hochschulen, die im Marburger Manifest ihre ernsten Bedenken gegen die „Demokratisierungsbestrebungen der Hochschulen“ schriftlich geäußert hatten. Sie wandten sich großteils dem neu gegründeten Bund Freiheit der Wissenschaft zu.

Im linken Wahrnehmungsmuster wurden die Ängste des konservativen Wahrnehmungsmusters, die eine Gefahr für die bundesdeutsche Demokratie durch eine Demokratisierung der Universitäten sahen, nicht geteilt. Aber auch das linke Wahrnehmungsmuster hat über die Reformen hinausgehende Veränderungen mitunter nicht unterstützt und die zunehmende Radikalität einzelner Studierender abgelehnt. Es kritisierte viele Methoden des SDS ebenfalls stark, war aber der Meinung, dass ohne die radikalen Forderungen und Provokationen nötige Reformen nicht angestoßen worden wären.[24]
In der Rückschau werden verschiedene Aspekte der Zeit der „Achtundsechziger“ des vergangenen Jahrhunderts zum Versuch einer Beurteilung dieser Zeit erwogen. Zum Beispiel sagte im Jahre 2017 ein Sohn des Anführers der Studierenden, Rudi Dutschke:

„Sie haben viel Gutes gebracht. Für die Kindererziehung, die Emanzipation der Frauen, den Umweltschutz und die Dritte Welt. Auf der anderen Seite steht natürlich die Gewalt […]. [Auf die Anmerkung, manch einer spreche vom Machtkartell der Altachtundsechziger, die ihre Vergangenheit schönfärbten, antwortete er:] Nehmen wir Joschka Fischer. Er hat damals Steine geworfen, heute ist er beinahe ein Oligarch. Es kommt darauf an, wie stark einer die Macht will.“

Hosea-Che Dutschke: Wie lebt es sich als Sohn von Rudi Dutschke?, In: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 2017[25]

Immer wieder wurde dem BFW in den Folgejahren vorgeworfen, er sei ein „Reformgegner“. Die zeithistorische Forschung hat ergeben, dass die BFW-Mitglieder nicht die Tatsache kritisierten, dass Umstrukturierungen stattfanden, sondern einzelne ihrer Punkte und Auswirkungen dieser Umstrukturierungen. Sie unterstrichen jedoch stets die Strukturkrise, in der sich die Universität ihrer Meinung nach befände, sowie die Reformbedürftigkeit der Institution. Viele von ihnen vertraten zudem ein Selbstbild als aktive Reformer der 60er Jahre, wie etwa Hermann Lübbe oder Walter Rüegg. Dem BFW eine grundsätzliche Reformgegnerschaft vorzuwerfen, sieht die zeithistorische Forschung demnach als zu kurz gegriffen und zu wenig differenziert an.[2]:73 f. So schreibt etwa Hans Maier:

„Reformen waren nötig, sie mussten sein. Aber drei Dinge war ich nicht bereit hinzunehmen: Ideologische Einseitigkeit und bewusste Ausschaltung von Meinungs-Vielfalt; den Missbrauch der korporativen Überlieferungen der Universität im Dienst einer revolutionären Umgestaltung der Gesellschaft — und endlich offene Gewalttätigkeit als Mittel zur Durchsetzung politischer Ziele.“

Hans Maier: Böse Jahre, gute Jahre. Ein Leben 1931 ff.[26]

Gründung

Hans Maiers Werk war die bundesweite organisatorische Vorbereitung des Gründungskongresses. Er stützte sich dabei auf den „Frankfurter Kreis“ um Karl Häuser, Edith Eucken-Erdsiek und Walter Rüegg, auf die West-Berliner NofU um Otto von Simson, Georg Nicolaus Knauer, Hans Joachim Geisler, Horst Sanmann und Thomas Nipperdey und auf eine Tübinger Gruppe um den Soziologen Tenbruck, einen Schüler von Arnold Bergstraesser.[27] Abgesehen von kleinen Änderungen orientierte sich das Komitee an der Satzung der NofU.[2]:115 Sie war als erste Gründung eines regionalen Verbands und aktivste Sektion des BFW stets ein Sonderfall gewesen und blieb es bis zuletzt. Aktiv blieb sie an der Bildungspolitik beteiligt und wandelte sich nach dem Fall der Mauer in die Sektion „Berlin-Brandenburg“. Im Jahr 2000 bildete sie den letzten aktiven Ortsverband des BFW.[2]:455 Mit ihrer Fokussierung auf die Öffentlichkeitsarbeit außerhalb der Universitäten, aber auch mit der Öffnung für eine breite Mitgliedschaft wurde die Konstruktion der NofU zum Modell für den BFW.[4]:154 Aus West-Berlin abgewanderte Professoren der NofU wie (Willi Blümel in Bielefeld, Horst Sanmann in Hamburg, in Mannheim, Bernd Rüthers in Konstanz, Roman Herzog in Speyer und nicht zuletzt Thomas Nipperdey im BFW-Bundesvorstand) sorgten auch in den frühen Jahren für die Verbreitung des Know-how der NofU im gesamten BFW.[4]:228

Die Programmerklärung des BFW formulierten Löwenthal, Wilhelm Hennis, Lübbe und Maier. Ein erster Vorstand und ein Bundesausschuss wurden gewählt. Der Bund Freiheit der Wissenschaft war geboren. Zum Gründungskongress kamen weit mehr Personen, als die Veranstalter trotz vieler Anmeldungen erwartet hatten: Über 1500 Menschen füllten die Bad Godesberger Stadthalle.[2]:115

Die NofU und der BFW wollten keine Vereinigung von Professorinnen und Professoren sein, sondern warben um alle interessierten Bürger und Hochschulangehörige und versuchten, die öffentliche Meinung vor allem außerhalb der Universitäten zu beeinflussen.[4]:154 Im Gründungsaufruf wurde erklärt:

„Der Bund Freiheit der Wissenschaft soll ein Zusammenschluss derjenigen sein, die sich des untrennbaren Zusammenhangs von Freiheit der Wissenschaft und freiheitlicher Demokratie bewusst sind. […] Heute tritt die Forderung nach Politisierung der Wissenschaft schon mit der Intoleranz auf, die man in totalitären Herrschaftssystemen beobachtet. Wissenschaft darf nur ‚ergeben‘, was gesellschaftlich relevant ist […] Die Forschung darf weder von ideologisierten Gruppen noch von Einzelinteressen noch von der Tagespolitik in Pflicht genommen werden.“

Bund Freiheit der Wissenschaft: Gründungsaufruf[28]

Einen Tag nach dem Gründungskongress gab es weiterhin internationalen Zuspruch von prominenter Seite. Im September 1970 hatte sich das „“ (ICUE) unter Mitarbeit von BFW-Initiatoren wie Richard Löwenthal gebildet. Nun veröffentlichten 104 renommierte Wissenschaftler und ICUE-Mitglieder, zu denen auch sieben Nobelpreisträger gehörten, aus verschiedenen europäischen Ländern aber auch aus Nordamerika, Australien und Japan ein Memorandum, in dem sie bekannt gaben, dass sie sich wegen der gegenwärtigen „Existenzkrise der Universität“ international zusammengeschlossen hätten.[2]:122

„Als Forscher haben wir die Schädigung unserer Wissenschaften, als Lehrer die Schädigung unserer Studenten, als Staatsbürger die Schädigung unserer Länder zu beklagen. Als Forscher, Lehrer und Staatsbürger erklären wir, daß keine soziale Bewegung der Menschheit wahrhaft dienen kann, die jene Institution zerstört oder korrumpiert, in denen rationale Auseinandersetzung und geistige Disziplin ihre Heimstätte haben.“

[29]

Weitere Geschichte

Bis Mitte der 1970er Jahre wuchs der BFW auf rund 5000 Personen an.[3] Neben dem Vorstand war der Bundesausschuss das wichtigste Gremium des BFW. Er legte die Richtlinien fest und wählte die Führungsspitze. War er anfangs noch mehrheitlich mit Professorinnen und Professoren besetzt, sank deren Anteil im Laufe der Jahre. Der Anteil außeruniversitärer Berufsgruppen stieg an, vor allem Journalisten, Kaufleute, Politiker und Rechtsanwälte. Ab 1976 arbeitete auch die erste „Hausfrau“ mit. Trotzdem blieb der Bundesausschuss mehrheitlich von Männern bestimmt. Nur fünf Frauen wurden bis 1976 zu Delegierten gewählt, eine Studierende, eine wissenschaftliche Mitarbeiterin, eine Hausfrau und zwei Hochschullehrerinnen: , Professorin für Psychologie und Margot Becke, Professorin für Chemie, die von 1966 bis 1968 die Rektorin der Universität Heidelberg war und damit die erste weibliche Rektorin einer Hochschule in der Bundesrepublik Deutschland.[2]:191 f.

Der BFW vereinte alle hochschulpolitischen Lager der „Mitte“ zwischen Links- und Rechtsextremismus. Er schloss in den Aufnahmeanträgen explizit Mitglieder „rechts- oder linksradikaler Vereinigungen“ wie „NPD, Aktion Widerstand, , DKP, Spartakus o. ä. Organisationen“ von einer Mitgliedschaft im BFW aus. Wer einen Mitgliedsantrag beim BFW einreichte, musste – zumindest seit dem Frühjahr 1971 – unterschreiben, dass er „auf dem Boden der freiheitlich demokratischen Grundordnung stehe und keiner rechts- oder linksradikalen Vereinigung […] angehöre.“ Die Anwärterinnen und Anwärter wurden daraufhin in einem Aufnahmeverfahren geprüft, in dem ein bis zwei Fürsprecher, im Idealfall BFW-Mitglieder, deren Vertrauenswürdigkeit versicherten. Nur in wenigen Einzelfällen waren versehentlich Mitglieder der NPD in den Verband aufgenommen worden, weil auf den Anträgen, die auf dem Gründungskongress auslagen, der Zusatz mit den radikalen Gruppierungen noch gefehlt hatte. Wenn der Verband Kenntnis von solchen Mitgliedern erlangte, überprüfte er den Fall sofort und schloss die entsprechenden Personen aus. Michael Zöller berichtete zum Beispiel auf einer Vorstandssitzung 1972, dass in Bremen zwei Mitglieder des BFW zugleich in der NPD organisiert seien. Als Teilnehmer des Gründungskongresses seien sie „nicht überprüft worden“. Bei den Personen solle nachgefragt werden, ob die Parteimitgliedschaft noch bestehe und jene in dem Fall ausgeschlossen werden.[2]:183 f.

Gegnerische Gruppierungen unterstellten dem Verband des Öfteren, ein rechtsextremes Sammelbecken für „Altnazis“ darzustellen. In den Aufnahmeanträgen des BFW konnten von Historikern trotz intensiver Suche nur wenige Beispiele von Mitgliedern mit einer „stärkeren“ Verstrickung in das NS-Regime gefunden werden: Beispielsweise Willi Willing trat dem BFW bei und hatte eine NS-Vergangenheit, stellte aber die Ausnahme im BFW dar. Auf der anderen Seite gab es auch Mitglieder des BFW, die im „Dritten Reich“ aktiv Widerstand geleistet hatten, wie z. B. Otto Ziebill, der während der NS-Zeit als Rechtsanwalt arbeitete und dem Widerstandskreis um Carl Friedrich Goerdeler angehörte. 1946 wurde er Vorsitzender der Berufungskammer für Entnazifizierung, später Oberbürgermeister von Nürnberg. 1973 trat dem BFW bei. Eine Beurteilung des BFW als „Sammelbecken“ ehemaliger NSDAP- und SS-Größen, wie die Gegner des BFW des öfteren behaupteten, kann die Forschung also analog zu den Erkenntnissen zur Führungsriege des BFW nicht bestätigen.[2]:184 f.

Auch einige Öffentlichrechtler waren im BFW, in Leitungspositionen etwa Michael Kloepfer und . In den Veröffentlichungen des BFW schrieben aber u. a. auch Axel von Campenhausen, Willi Blümel, Wilhelm A. Kewenig, Martin Kriele, Hartmut Schiedermair.[30]
Den größten Zuwachs hatten im Laufe der Jahre die BFW-Mitglieder zu verzeichnen, die nicht an einer Hochschule beschäftigt waren. Schon 1972 machten sie die Hälfte aller Mitglieder aus. Zugleich sank der Prozentsatz der Hochschullehrerinnen und Hochschullehrer im Jahre 1976 erstmals unter 30 %. Ein Grund dafür war das verstärkte Engagement des BFW in der Schulpolitik, in dessen Folge immer mehr Lehrer, Eltern und auch ein paar Schüler in den Verband eintraten, dafür aber Professorinnen und Professoren den Verband verließen. So traten Michael Zöller, Thomas Nipperdey und Richard Löwenthal aus, weil sich der BFW mehr und mehr in einen Lehrerverband verwandelt habe.[2]:173 Während Löwenthal aus dem BFW austrat, engagierte sich Alexander Schwan verstärkt in ihm und trat sogar mit einem Eklat aus der SPD aus.[4]:465

Zu den Sympathisanten insbesondere der NofU, aber auch des Bundes Freiheit der Wissenschaft gehörte auch Axel Springer. Am 23. November 1980 veranstaltete er einen Empfang in seinem Haus für Mitglieder beider Vereinigungen.[2]:149 Dabei sagte er:

„Freiheit war das Ziel der Männer und Frauen, die sich gegen Hitler auflehnten, wobei Wissenschaftler mit an vorderster Stelle standen. Freiheit hat auch die Berliner beflügelt, hier in dieser Stadt den Kommunisten Paroli zu bieten und auf diese Weise durchzuhalten: 1946 bei der Wahl zum Stadtparlament; 1948 bei der Blockade; 1961 beim Mauerbau. Und auch bei der Gründung der ‚Notgemeinschaft für eine freie Universität‘.“

In der Zeitung BILD war der BFW allerdings nur selten Thema, auch wenn die NofU 1972 hier einige Anzeigen schaltete, um möglichst viele Bürger anzusprechen. Mitglieder des Verbands veröffentlichten ihre Artikel aber häufig in der überregionalen „Springer-Presse“ (Die Welt, Welt am Sonntag), die außerdem positiv über den BFW berichteten. Ansonsten platzierten BFW-Mitglieder Artikel in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Auch Die Zeit berichtete positiv über den Verband. Der BFW bediente sich insgesamt besonders überregionaler Blätter mit einem „gehobenen“ Anspruch.[2]:149

Die Geisteswissenschaften und der BFW

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Kennzeichen der westlich beeinflussten Generalüberholung der westdeutschen Geisteswissenschaften und der Sozialwissenschaften war ihre normative Funktion für die theoretische Begründung und Stabilisierung der liberaldemokratischen Verfassungs- und Gesellschaftsordnung der jungen Bundesrepublik. Die jungen, nach 1945 akademisch sozialisierten Nachwuchswissenschaftler wirkten so im Verbund mit ihren Altersgenossen aus anderen gesellschaftlichen Bereichen wie Journalismus und Politik am Projekt einer umfassenden Liberalisierung und Westernisierung der westdeutschen Gesellschaft. Die jungen Modernisierer entwickelten eigene Richtungen, zunächst unter dem Einfluss einiger weniger älterer Ordinarien, die als sogenannte „Gründerväter“ die Modernisierung mit teilweise regelrechten Neuerfindungen ihrer Fächer anstoßen hatten. Unter diesen Gründervätern war eine bemerkenswert hohe Zahl von Remigranten. Ähnlich wie ihre Schüler, waren auch sie während ihrer Exiljahre von westlichen, angelsächsischen Wissenschaftsentwicklungen beeinflusst worden. Sie waren aber noch deutlich stärker an traditionellen deutschen Denkschulen orientiert. Es entstand also ein Gemisch aus reaktualisierten älteren deutschen Traditionen, kleinen Reformansätzen vor 1945 und angelsächsisch geprägter wissenschaftlicher Moderne. Dieses Gemisch setzte oft erst die Schülergeneration in ein kohärentes Lehr- und Forschungsprogramm um. Beispielhaft für solche Prozesse war die Entwicklung der westdeutschen Soziologie, die sich erst in der Nachkriegszeit als universitäres Hauptfach endgültig an den Universitäten etablierte. Die Soziologie stieg in der öffentlichen Rezeption schnell zur Leitwissenschaft der gesellschaftlichen Modernisierung auf. Die Gründergeneration der bundesrepublikanischen Soziologie betrieb trotz ihrer sehr unterschiedlichen politisch-intellektuellen Wurzeln (einerseits Remigranten wie Max Horkheimer, Theodor W. Adorno und René König, andererseits z. B. der geläuterte Nationalsozialist Helmut Schelsky) einheitlich die Abkehr von der philosophisch-geisteswissenschaftlichen Tradition der deutschen Vorkriegssoziologie und lenkte das Fach radikal auf eine Gegenwartsdiagnose, den Strukturfunktionalismus und die empirische Sozialforschung um. Das Fach Soziologie wuchs schnell an, und die Schüler dieser Gründergeneration stiegen dadurch ab den späten 1950er Jahren in akademische Spitzenpositionen auf. Sie interpretierten die Soziologie noch stärker als gesellschaftspolitisches Instrument zur Liberalisierung der Bundesrepublik. Den jungen Soziologen wie M. Rainer Lepsius, Ralf Dahrendorf, Jürgen Habermas und anderen war die deutsche Sozialphilosophie des 19. und frühen Jahrhunderts bereits weitgehend entfremdet. Zu diesen jungen westdeutschen Nachkriegssoziologen gehörte auch Erwin K. Scheuch.

Scheuch war bereits 1950 mit der Schule der empirischen Sozialforschung in Berührung gekommen. 1952 war er maßgeblich beteiligt an der Erstellung diverser Lehr- und Handbücher (Fischer Lexikon Soziologie, Handbuch der empirischen Sozialforschung). König war der Initiant und Förderer der empirischen Sozialforschung, Scheuch war der Forscher. Er leitete (gemeinsam mit Rudolf Wildenmann) auch die „Kölner Wahlstudie“ zur Bundestagswahl 1961, die mit ihrer Mikroanalyse der Bedingungen von Machtwechseln in der Demokratie grundlegend für die empirische Wahlforschung in der Bundesrepublik wurde.[4]:90 f. Scheuch wurde von seinen Gegnern aus der Frankfurter Schule der Gruppe der „Fliegenbeinzähler“ – also der empirisch-sozialwissenschaftlich arbeitenden Soziologen – zugeschlagen, eben weil er sich anders als etwa Theodor W. Adorno stark von den amerikanischen Methoden der empirischen Sozialforschung hatte inspirieren lassen und auf harte Empirie statt marxistisch inspirierter Kulturkritik setzte.[3]

Die liberalkonservative Begründung der Bundesrepublik

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Besonders in der Philosophie und der Politologie gab es in den 60er-Jahren zwei Schulen, die einen normativen Anspruch vertraten und für eine „praktische“ Anwendung ihrer Wissenschaft plädierten. Zum einen die „normativ-ontologische“ Schule um Joachim Ritter mit ihrem Konzept einer „praktischen Philosophie“, zum anderen die „Freiburger Schule“ um Arnold Bergstraesser (aber auch die Kreise um die Politologen Eric Voegelin und Leo Strauss), die sich für eine „praktische politische Wissenschaft“ einsetzten. Sowohl die Ritter-Schule (vor allem Hermann Lübbe) als auch der Bergstraesser-Kreis (u. a. Hans Maier, Wilhelm Hennis, Friedrich H. Tenbruck und Dieter Oberndorfer) waren konstitutiv für die Initiation und Gründung des BFW. Sie engagierten sich auch in den Folgejahren stark für den Verband in seinen Führungsgremien.[2]:196 Besonders dem Kreis um Joachim Ritter wird eine maßgebliche Rolle in der philosophischen Debatte um die „liberalkonservative Begründung der Bundesrepublik“ zugeschrieben.[32]

Der Historikerstreit in den 1980er Jahren und der BFW

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Noch 1986 isolierte Jürgen Habermas den BFW von seinem historischen Entstehungskontext und beschrieb ihn als gefangen in „suggestiven Feindbildern“. Der Historikerstreit in der zweiten Hälfte der 1980er Jahre lief also entlang der intellektuellen Fronten zwischen einem linken und einem rechten Lager, die 1970 mit der Gründung des BFW erstmals manifest geworden waren. Beide Seiten versuchten zu definieren, was künftig die geistige Mitte der Bundesrepublik ausmachen sollte. Um kulturelle Deutungshoheit zu erlangen und politische Wirkung zu entfalten, fanden die Akteure von einst es gelegentlich nötig, das jeweils andere Lager als Bedrohung für die gesellschaftliche Entwicklung darzustellen. Die Besetzung von Begriffen wie Demokratie und Freiheit fungierte dabei als wichtiges kulturpolitisches Instrument.[23]:393

Geschichte des BFW nach 1990

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Schon seit Ende der 1970er Jahre, besonders aber nach 1990, wandte der BFW sich zunehmend der Schulpolitik und weiteren Fragen der Hochschul- und Bildungspolitik zu.[2] Die verbliebenen Veteranen des BFW übrigens kämpften bis ins Jahr 2014 an entscheidender Stelle fast Seit’ an Seit’ mit den Studentenvertretungen gegen die Bologna-Reform. Aber das hatten beide Seiten gar nicht recht bemerkt.[9] Der Verband litt später teilweise unter Geldmangel und dem hohen Alter seiner Mitglieder und löste sich im Jahre 2015 auf.[2]

Das Gründungskomitee

Organisation

Zu den Veröffentlichungen des BFW gehörten: „Hochschulpolitische Informationen“ (1970–1983); „moderator. Mitteilungen für die Mitglieder des Bundes Freiheit der Wissenschaft“ (1971–1973); „Freiheit der Wissenschaft. Materialien zur Schul- und Hochschulpolitik.“ (1974–2009), von Oktober 2009 bis Dezember 2015 ausschließlich in digitaler Form herausgegeben als „freiheit der Wissenschaft online“.[2]:470

Literatur

  • Svea Koischwitz: Der Bund Freiheit der Wissenschaft in den Jahren 1970–1976. Ein Interessenverband zwischen Studentenbewegung und Hochschulreform (= Kölner Historische Abhandlungen. Band 52). Böhlau-Verlag, Köln / Weimar / Wien 2017, ISBN 978-3-412-50554-7 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  • Daniela Münkel: Der Bund Freiheit der Wissenschaft. Die Auseinandersetzungen um die Demokratisierung der Hochschule. In: Dominik Geppert, Jens Hacke (Hrsg.): Streit um den Staat. Intellektuelle Debatten in der Bundesrepublik 1960–1980. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2008, ISBN 978-3-647-36758-3, S. 171–187 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  • Martina Steber: Die Hüter der Begriffe: Politische Sprachen des Konservativen in Großbritannien und der Bundesrepublik Deutschland, 1945-1980. De Gruyter Oldenbourg, Berlin / Boston 2017, ISBN 978-3-11-045428-4 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  • Nikolai Wehrs: „Tendenzwende“ und Bildungspolitik. Der „Bund Freiheit der Wissenschaft“ (BFW) in den 1970er Jahren. In: Potsdamer Bulletin für Zeithistorische Studien. Band 42, 2008 ([3] [PDF; 143 kB]).
  • Bund Freiheit der Wissenschaft: Bund Freiheit der Wissenschaft. Der Gründungskongreß in Bad Godesberg am 18. November 1970. Hrsg.: Hans Maier, Michael Zöller. Markus-Verlag, Köln 1970, OCLC 22885525.
  • Hans Joachim Geisler: Notizen zur Geschichte des Bundes Freiheit der Wissenschaft. Band 1. Bund Freiheit der Wissenschaft, Berlin 2001, OCLC 705940123.
  • Hans Joachim Geisler: Notizen zur Geschichte des Bundes Freiheit der Wissenschaft. Band 2. Bund Freiheit der Wissenschaft, Berlin 2010, OCLC 857229844.
  • Hans Joachim Geisler, , : 15 Jahre Notgemeinschaft. 1970 bis 1985. Notgemeinschaft für eine freie Universität, Berlin 1986, OCLC 469467141.
  • Susanne Roßkopf: Der Aufstand der Konservativen. Die Bekenntnisschulbewegung im Kontext der Bildungsreformen der 70er-Jahre. Ein Beitrag zur Mentalitätsgeschichte im Umbruch der 68er. LIT, Münster 2017, ISBN 978-3-643-13641-1 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  • Christian Schletter: Grabgesang der Demokratie. Die Debatten über das Scheitern der bundesdeutschen Demokratie von 1965 bis 1985. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen / Bristol / Conn. 2015, ISBN 978-3-525-30079-4 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  • Gerrit Dworok: „Historikerstreit“ und Nationswerdung: Ursprünge und Deutung eines bundesrepublikanischen Konflikts. Böhlau-Verlag, Köln / Wien 2015, ISBN 978-3-412-50238-6 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  • Massimiliano Livi, Daniel Schmidt, Michael Sturm: Die 1970er Jahre als schwarzes Jahrzehnt. Politisierung und Mobilisierung zwischen christlicher Demokratie und extremer Rechter. Campus-Verlag, Frankfurt am Main 2010, ISBN 978-3-593-41011-1 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  • Till Kinzel: Der „Bund Freiheit der Wissenschaft“ und die „Notgemeinschaft für eine freie Universität“ im Widerstand gegen die Achtundsechziger. In: Hartmuth Becker, Felix Dirsch und Stefan Winckler (Hrsg.): Die 68er und ihre Gegner. Der Widerstand gegen die Kulturrevolution. Stocker, Graz / Stuttgart 2003, ISBN 3-7020-1005-X, S. 112–136.
  • Walter Rüegg: 20 Jahre Bund Freiheit der Wissenschaft. Vom Defensivbündnis zum think tank. In: Freiheit der Wissenschaft. 4, 1990, S. 8–14.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Ansbert Baumann: Rezension: Svea Koischwitz, Der Bund Freiheit der Wissenschaft in den Jahren 1970–1976. Ein Interessenverband zwischen Studentenbewegung und Hochschulreform, Köln, Weimar, Wien (Böhlau) 2017, (Kölner Historische Abhandlungen, 52). In: Deutsches Historisches Institut Paris (Hrsg.): Francia-Recensio (Francia. Forschungen zur westeuropäischen Geschichte). Nr. 4, 2017, ISSN 2425-3510, doi:10.11588/frrec.2017.4.43170, urn:nbn:de:bsz:16-frrec-431707 ([1] [PDF; 187 kB]).
  2. a b c d e f g h i j k l m n o p q r s t u v w x y z aa ab ac ad ae af ag ah ai aj ak al am an ao ap aq ar as at au av aw ax ay az Svea Koischwitz: Der Bund Freiheit der Wissenschaft in den Jahren 1970–1976. Ein Interessenverband zwischen Studentenbewegung und Hochschulreform (= Kölner Historische Abhandlungen. Band 52). Böhlau-Verlag, Köln / Weimar / Wien 2017, ISBN 978-3-412-50554-7 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  3. a b c d e f g Peter Hoeres: Bund Freiheit der Wissenschaft: Professoren in Aktion. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 18. April 2017, ISSN 0174-4909 (faz.net [abgerufen am 18. Februar 2018]).
  4. a b c d e f g h i j k l m n o p q r s t u v Nikolai Wehrs: Protest der Professoren. Der „Bund Freiheit der Wissenschaft“ in den 1970er Jahren. Wallstein-Verlag, Göttingen 2014, ISBN 978-3-8353-1400-9 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  5. a b Martina Steber: Die Hüter der Begriffe: Politische Sprachen des Konservativen in Großbritannien und der Bundesrepublik Deutschland, 1945-1980. De Gruyter Oldenbourg, Berlin / Boston 2017, ISBN 978-3-11-045428-4 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  6. Hans-Albrecht Koch: Professorale Selbstbehauptung in turbulenter Zeit | NZZ. In: Neue Zürcher Zeitung. 3. September 2014, ISSN 0376-6829 (nzz.ch [abgerufen am 18. Februar 2018]).
  7. Olav Teichert: Die Sozialistische Einheitspartei Westberlins. Untersuchung der Steuerung der SEW durch die SED. Kassel Univ. Press, Kassel 2011, ISBN 978-3-89958-995-5, S. 256 f. ([2] [PDF; 9,7 MB]).
  8. Thomas Klein: SEW. Die Westberliner Einheitssozialisten. Eine „ostdeutsche“ Partei als Stachel im Fleische der „Frontstadt“? Ch. Links Verlag, Berlin 2009, ISBN 978-3-86153-559-1, S. 76 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  9. a b c d e f Nikolai Wehrs: Studentenrevolte in West-Berlin. Die Revanche der Professoren. In: Der Tagesspiegel. 22. Juni 2014, abgerufen am 18. Februar 2018.
  10. Wilhelm Bleek: Geschichte der Politikwissenschaft in Deutschland. Beck, München 2001, ISBN 3-406-47173-0 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  11. Michael Wildt: Die Transformation des Ausnahmezustands. Ernst Fraenkels Analyse der NS-Herrschaft und ihre politische Aktualität. In: Jürgen Danyel, Jan-Holger Kirsch, Martin Sabrow (Hrsg.): 50 Klassiker der Zeitgeschichte. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2007, ISBN 978-3-647-36024-9, S. 19–24 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  12. „Angst und Duldung sind vorbei“. In: Der Spiegel. Band 52, 24. Dezember 1973 (spiegel.de [abgerufen am 19. Februar 2018]).
  13. Zitiert nach Svea Koischwitz: Der Bund Freiheit der Wissenschaft in den Jahren 1970–1976. Ein Interessenverband zwischen Studentenbewegung und Hochschulreform (= Kölner Historische Abhandlungen. Band 52). Böhlau-Verlag, Köln/Weimar/Wien 2017, ISBN 978-3-412-50554-7, S. 68 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  14. Zitiert nach Svea Koischwitz: Der Bund Freiheit der Wissenschaft in den Jahren 1970–1976. Ein Interessenverband zwischen Studentenbewegung und Hochschulreform (= Kölner Historische Abhandlungen. Band 52). Böhlau-Verlag, Köln/Weimar/Wien 2017, ISBN 978-3-412-50554-7, S. 78 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  15. Zitiert nach Svea Koischwitz: Der Bund Freiheit der Wissenschaft in den Jahren 1970–1976. Ein Interessenverband zwischen Studentenbewegung und Hochschulreform (= Kölner Historische Abhandlungen. Band 52). Böhlau-Verlag, Köln/Weimar/Wien 2017, ISBN 978-3-412-50554-7, S. 277 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  16. Zitiert nach Svea Koischwitz: Der Bund Freiheit der Wissenschaft in den Jahren 1970–1976. Ein Interessenverband zwischen Studentenbewegung und Hochschulreform (= Kölner Historische Abhandlungen. Band 52). Böhlau-Verlag, Köln/Weimar/Wien 2017, ISBN 978-3-412-50554-7, S. 79 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  17. a b Benedikt XVI., Peter Seewald: Letzte Gespräche. Benedikt XVI. mit Peter Seewald. Droemer eBook, München 2016, ISBN 978-3-426-44052-0 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  18. a b Michael Wolffsohn: Hans Joachim Geisler zu Ehren. Erinnerungen an rauhe Jahre. Laudatio zur Verleihung des Ehrenvorsitzes des Bundes Freiheit der Wissenschaft [Mit einer Schilderung der Eigensicht des Bundes Freiheit der Wissenschaft]. In: freiheit der wissenschaft online, Januar 2012. Bund Freiheit der Wissenschaft, archiviert vom Original am 11. Dezember 2016; (PDF; 0,39 MB).
  19. Zitiert nach Nikolai Wehrs: Protest der Professoren. Der „Bund Freiheit der Wissenschaft“ in den 1970er Jahren. Wallstein-Verlag, Göttingen 2014, ISBN 978-3-8353-1400-9, S. 127 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  20. Zitiert nach Svea Koischwitz: Der Bund Freiheit der Wissenschaft in den Jahren 1970–1976. Ein Interessenverband zwischen Studentenbewegung und Hochschulreform (= Kölner Historische Abhandlungen. Band 52). Böhlau-Verlag, Köln/Weimar/Wien 2017, ISBN 978-3-412-50554-7, S. 229 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  21. Zitiert nach Svea Koischwitz: Der Bund Freiheit der Wissenschaft in den Jahren 1970–1976. Ein Interessenverband zwischen Studentenbewegung und Hochschulreform (= Kölner Historische Abhandlungen. Band 52). Böhlau-Verlag, Köln/Weimar/Wien 2017, ISBN 978-3-412-50554-7, S. 71 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  22. Michael Wolffsohn: Deutschjüdische Glückskinder. Eine Weltgeschichte meiner Familie. Deutscher Taschenbuch Verlag, München 2017, ISBN 978-3-423-28126-3 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  23. a b Zitiert nach Gerrit Dworok: „Historikerstreit“ und Nationswerdung: Ursprünge und Deutung eines bundesrepublikanischen Konflikts. Böhlau-Verlag, Köln / Wien 2015, ISBN 978-3-412-50238-6, S. 387 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  24. Christian Schletter: Grabgesang der Demokratie. Die Debatten über das Scheitern der bundesdeutschen Demokratie von 1965 bis 1985. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen / Bristol / Conn. 2015, ISBN 978-3-525-30079-4, S. 283 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  25. Sebastian Balzter: Wie lebt es sich als Sohn von Rudi Dutschke? Interview mit Hosea-Che Dutschke. In: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung. 24. Dezember 2017, abgerufen am 20. Februar 2018.
  26. Zitiert nach Svea Koischwitz: Der Bund Freiheit der Wissenschaft in den Jahren 1970–1976. Ein Interessenverband zwischen Studentenbewegung und Hochschulreform (= Kölner Historische Abhandlungen. Band 52). Böhlau-Verlag, Köln/Weimar/Wien 2017, ISBN 978-3-412-50554-7, S. 79 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  27. Hans Maier: Böse Jahre, gute Jahre. Ein Leben 1931 ff. Beck, München 2011, ISBN 978-3-406-61285-5, S. 172 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  28. Zitiert nach Susanne Roßkopf: Der Aufstand der Konservativen. Die Bekenntnisschulbewegung im Kontext der Bildungsreformen der 70er-Jahre. Ein Beitrag zur Mentalitätsgeschichte im Umbruch der 68er. LIT, Münster 2017, ISBN 978-3-643-13641-1, S. 271 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  29. Zitiert nach Svea Koischwitz: Der Bund Freiheit der Wissenschaft in den Jahren 1970–1976. Ein Interessenverband zwischen Studentenbewegung und Hochschulreform (= Kölner Historische Abhandlungen. Band 52). Böhlau-Verlag, Köln/Weimar/Wien 2017, ISBN 978-3-412-50554-7, S. 122 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  30. Michael Stolleis: Staats- und Verwaltungsrechtswissenschaft in West und Ost: 1945 – 1990 (= Geschichte des öffentlichen Rechts in Deutschland. Band 4). Beck, München 2012, ISBN 978-3-406-63203-7 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  31. Zitiert nach Svea Koischwitz: Der Bund Freiheit der Wissenschaft in den Jahren 1970–1976. Ein Interessenverband zwischen Studentenbewegung und Hochschulreform (= Kölner Historische Abhandlungen. Band 52). Böhlau-Verlag, Köln/Weimar/Wien 2017, ISBN 978-3-412-50554-7, S. 149 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  32. Jens Hacke: Philosophie der Bürgerlichkeit. Die liberalkonservative Begründung der Bundesrepublik. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2008, ISBN 978-3-647-36842-9 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).