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Georg-Herwegh-Gymnasium

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Georg-Herwegh-Gymnasium
Georg herwegh oberschule.jpg
Schulform Gymnasium
Schulnummer 12Y05
Gründung 1962
Adresse

Fellbacher Straße 18
13467 Berlin

Ort Berlin-Hermsdorf
Land Berlin
Staat Deutschland
Koordinaten 52° 37′ 0″ N, 13° 18′ 11″ OKoordinaten: 52° 37′ 0″ N, 13° 18′ 11″ O
Träger Land Berlin
Schüler 877 (2017/2018)[1]
Lehrkräfte 73 + 11 Referendare (2017/2018)[1]
Leitung Uwe Peters
Website www.herwegh-gymnasium.de

Das Georg-Herwegh-Gymnasium (kurz: GHG) ist ein Gymnasium in Hermsdorf im Berliner Bezirk Reinickendorf. Die Schule wurde nach dem deutschen Dichter Georg Herwegh benannt.

Geschichte

Die Schule wurde, in ihrer jetzigen Form, 1962 gegründet. Das geschah durch die Vereinigung der höheren Knabenschule und der höheren Mädchenschule.

Knabenschule

1849 eröffnete der damalige Rektor Langhagen in der Albrechtstraße (heute Falkentaler Steig) eine private höhere Knabenschule. 1911 übernahm die Gemeinde Hermsdorf die Schule und begann den Unterricht mit 94 Schülern. 1919 wurde die Schule als Realprogymnasium staatlich anerkannt. 1921 wurde das Hermsdorfer Realprogymnasium mit der Frohnauer Knabenschule zusammengelegt. 1923 wurde die Schule zum städtischen Reform-Realgymnasium ausgebaut. 1928 zieht das Realgymnasium in das neue Schulgebäude in der Kaiserstraße (heutige Fellbacher Straße) um. Nachdem die Schule 1938 in Friedrich-Nietzsche-Schule umbenannt wurde, wurde sie 1939 mit dem Friedrichswerderschen Gymnasium zusammengelegt.

Im Zweiten Weltkrieg diente das Schulgebäude in der Kaiserstraße als Lazarett. Danach wurde es von 1945 bis 1951 als Seuchenkrankenhaus genutzt.

1948 wurde die Knabenschule in Georg-Herwegh-Oberschule umbenannt. Dort unterrichtete vom Herbst 1949 bis 1956 der Philosoph Rudolf Schottlaender.[2]

Mädchenschule

Die Mädchenschule wurde 1891 durch Anna Hagemann aus einem Privatschulzirkel gegründet. 1893 erhielt sie die Konzession zur Leitung einer privaten höheren Mädchenschule. Diese Mädchenschule wurde dann in der Augusta-Viktoria-Straße 2 eröffnet. 1897 erfolgte der Verkauf der Schule an Emma Kempe.

1903 wurde die Leitung von Margarete Siegert übernommen. Nach dem Anwachsen der Mädchenschule von 5 auf 9 Klassen mit 119 Schülerinnen (1908 drei Vorschul- und sechs höhere Klassen), zog die Schule in einen von der Gemeinde Hermsdorf errichteten Neubau in der Humboldtstraße (heute: Olafstraße) um. Mit der Reform des Höheren Mädchenschulwesen in Preußen im selben Jahr wurden erstmals drei Typen staatlich anerkannter, zu Abschlüssen berechtigter höherer Mädchenschulen geschaffen: „Lyzeum“, „Oberlyzeum“ und „Studienanstalt“.

Die Mädchenschule wurde ein Lyzeum. 1916 wurde die Mädchenschule erneut, diesmal an Florentine Franke verkauft, die das für die Leitung eines Lyzeums erforderliche Oberlehrerinnen-Examen nachweisen konnte. 14 Absolventinnen erhielten 1918 erstmals den Schulabschluss des Lyzeums. Die seit 1911 bestehende und seit 1919 als Lyzeum anerkannte Höhere Mädchenschule Frohnau wurde 1921 in das Lyzeum Hermsdorf integriert. In der Folge fand der Unterricht teilweise in Hermsdorf, teils in Frohnau statt.

1928 erfolgte die Umwandlung in eine städtische Schule. Florentine Franke, wurde zur Studiendirektorin ernannt. 1938 erfolgte eine Umbenennung in „Hans Thoma-Schule. Oberschule für Mädchen (Sprachliche Reform)“. Mit der Umbenennung wurde mit dem Aufbau einer zum Abitur führenden Oberstufe begonnen. 1941 konnten die ersten Schülerinnen der Schule die Abiturprüfungen ablegen. 1943 erfolgte die kriegsbedingte Evakuierung der Schule in das Riesengebirge. 1949 trat Florentine Franke in den Ruhestand. Nachfolgerin wurde Gertrud Stankiewicz.

Gebäude

Das heutige Schulgebäude besteht aus dem 1928 fertiggestellten, denkmalgeschützten Altbau, auf dem sich ein kurzer, quadratischer Uhrturm befindet und einem 1982 errichteten Neubau. Die Baukosten für das Ursprungsgebäude betrugen umgerechnet rund 8.000.000 EUR.

Der Mauerwerksbau ist verputzt. Außerdem steht, seit 1929, auf dem Schulgelände am Hermsdorfer Damm ein zusätzliches Gebäude, das Direktorenwohnhaus, heute kurz Villa genannt. In der auch so genannten Bürgermeister-Villa wohnte früher u. a. der ehemalige Bezirksbürgermeister von Berlin-Reinickendorf, Herbert Grigers.

Die 7. Klassen wurden bis zur Eröffnung des Neubaus hauptsächlich in einem Pavillon auf dem Gelände der Gustav-Dreyer-Grundschule unterrichtet.

Am 27. November 2009 begannen die Vorbereitungsarbeiten für einen Neubau auf dem Freigelände zum Hermsdorfer Damm. Dort entstand ein dreistöckiges Gebäude aus Beton und Holz. Die Mensa und die insgesamt zehn Klassenräume, die sich darin befinden, sind im Herbst 2011 in Benutzung gegangen.

Besonderheiten

2002 wurde bei einem Projekt die gesamte Schulbücherei digital katalogisiert.

Die Schule nimmt am Berliner Programm zur vertieften Berufsorientierung (BvBO) teil und bietet ihren Schülern eine Unterstützung bei der Berufsorientierung und Berufswahlentscheidung.[3][4]

Das Georg-Herwegh-Gymnasium wurde zeitweilig sogar als Krankenhaus genutzt.

Musischer Zug

Nachdem schon 1976 in der gymnasialen Oberstufe ein Leistungskurs Musik eingerichtet wurde, bietet die Schule seit 1997 einen musischen Zug an. Die Schüler der musikbetonten Klassen haben zusätzlich zu den zwei Stunden Musik pro Woche die Möglichkeit, Unterricht in einem Instrument zu nehmen. Außerdem müssen die musikbetonten Schüler an einer Musik-AG teilnehmen. Zur Auswahl stehen unter anderem ein Blas- und ein Symphonieorchester, ein kleiner und ein großer Chor (je nach Klassenstufe) und eine Big Band.

Naturwissenschaftlicher Zug (MINT)

Zusätzlich zum musischen Zug des Gymnasiums gibt es einen speziell naturwissenschaftlichen Zweig. In diesen Klassen werden die Schüler speziell in Mathematik, Informatik und den Naturwissenschaften gefördert. Sie nehmen an zahlreichen wissenschaftlichen Projekten, wie Chem-kids und der Junior-Science-Olympiade, teil. Außerdem haben sie eine Partnerschaft mit der TU und dem Berliner Zoo. Aufgrund von spezieller Förderung in Chemie in der 7.  Klasse fallen eine Wochenstunde Sport und Englisch aus.

Alumni

Regelmäßig werden auf dem Schulhof und im Gebäude Ehemaligentreffen veranstaltet, bei denen auch lange zurückliegende Abiturjahrgänge untereinander und mit ehemaligen Lehrern zusammenkommen. Die jetzigen Schüler gestalten die Treffen und betreuen die Gäste.

Bekannte ehemalige Schüler

Literatur

  • Festschrift zur Einweihung des Neubaues des Realgymnasiums in der Kaiserstraße und des Neubaues der Volksschule in der Freiherr-vom-Stein Straße. Berlin-Reinickendorf 1928.
  • Bauwerke für Kunst, Erziehung und Wissenschaft. Schulen. In: Architekten- und Ingenieur-Verein Berlin (Hrsg.): Berlin und seine Bauten. Teil V. Band C. Ernst & Sohn, Berlin 1991, ISBN 3-433-02205-4, S. 408.
  • Bettina Goldberg: Schulgeschichte als Gesellschaftsgeschichte. Die höheren Schulen im Berliner Vorort Hermsdorf (1893–1945). In: Reihe Deutsche Vergangenheit. Stätten der Geschichte Berlins. Band 99. Edition Hentrich, 1994, ISBN 3-89468-087-3.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. a b Schulverzeichnis. In: berlin.de. 19. September 2008, abgerufen am 12. Juni 2018.
  2. Rudolf Schottlaender, Trotz alledem ein Deutscher. Mein Lebensweg seit Jahrhundertbeginn. Herder, Freiburg, 1986. S. 62
  3. Reinickendorf. In: www.bvbo-berlin.de. Abgerufen am 4. Oktober 2016.
  4. Reinickendorf – Infoportal BvBO 2.0. Abgerufen am 4. Oktober 2016.

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