Allgemeines Bildungssystem

ALPHABET – Ein Film von Erwin Wagenhofer

Filmdaten
Deutscher Titel Alphabet
Originaltitel Alphabet
Produktionsland Österreich
Originalsprache Deutsch
Erscheinungsjahr 2013
Länge 113 Minuten
Altersfreigabe FSK ohne Altersbeschränkung
JMK ohne Altersbeschränkung[1]
Stab
Regie Erwin Wagenhofer
Drehbuch Sabine Kriechbaum,
Erwin Wagenhofer
Produktion Prisma Film (Mathias Forberg, Viktoria Salcher)
Rommel Film (Peter Rommel)
Musik André Stern
Kamera Erwin Wagenhofer
Besetzung

Alphabet ist ein österreichischer Dokumentarfilm, der ein kritisches Licht auf die zunehmende Konkurrenz in der Bildung wirft.

Der 2013 veröffentlichte Film ist nach We Feed the World und Let's make money der dritte österreichische Dokumentarfilm von Erwin Wagenhofer. Kinostart war in Österreich der 11. Oktober 2013, in Deutschland der 31. Oktober 2013.[2]

Inhalt

Der Film bildet Kommentare verschiedener Personen zum Thema Bildung ab:

  • Der Bildungsexperte Ken Robinson spornt in einem Vortrag zum unangepassten Denken, zur Kreativität an.
  • Der Bildungsforscher Andreas Schleicher konzipierte einst die PISA-Studien und zeigt sich beeindruckt von der Leistungsbereitschaft der Chinesen.
  • Der Pekinger Professor der Abteilung Bildung/Pädagogik, Yang Dongping, zeigt sich besorgt über den Leistungsdruck in Chinas Schulsystem. Der Konkurrenzdruck steige und nirgendwo sei die Suizidrate unter Schülern so hoch wie hier.
  • Der Hirnforscher Gerald Hüther rät ab, Menschen zu zwingen sich zu bilden. Man könne sie nur dazu einladen.
  • Der Pädagoge Arno Stern lässt seit 60 Jahren Kinder und Jugendliche in seinem „Malort“ in Paris malen. Er lädt zum freien Spiel ein und nicht zur „anerzogenen Kunst und Abstraktion“.
  • André Stern, der Sohn von Arno Stern, hat nie eine Schule besucht und ist als Gitarrenbauer tätig.
  • Die Hamburger Schülerin Yakamoz Karakurt beklagt in einem offenen Brief das Schulsystem und fordert mehr Zeit für ein eigenes Leben außerhalb der Schule.
  • Thomas Sattelberger, bis 2012 Personalvorstand der Deutschen Telekom, warnt vor der „Verkürzung des Lebens auf die Ökonomie“.
  • Pablo Pineda zeigt, dass das vorhandene Schulsystem ein einseitiges Menschenbild hat, welches durch Konkurrenz, Auslese und Gehorsam geprägt ist. Für ihn ist das das Konzept der Angst. Er stellt das „Konzept der Liebe“ vor.
Erwin Wagenhofer, mit Alphabet in der Kategorie „Beste Dokumentation“ für den Österreichischen Filmpreis 2014 nominiert

Kritik

Wir müssen anders leben, sagte Wagenhofer schon über We feed the World. Diese Dringlichkeit macht sein Werk aus. Damit setzt er sich von der Katastrophen-Dramatik ab, der manche seiner Kollegen erliegen, und wird zum Quälgeist, denn verantwortlich ist für ihn nicht das System, sondern jeder einzelne. Die Forderung nach einer eigenen Haltung hat er nie drängender gestellt als in Alphabet.“

Oliver Kaever: Die Zeit vom 1. November 2013
Quelle https://de.wikipedia.org/wiki/Alphabet_(Film)
Erwin Wagenhofer (2014)

Erwin Wagenhofer (* 27. Mai 1961 in Amstetten,[1]Niederösterreich) ist ein österreichischer Autor und Filmemacher.

Leben und Wirken

Erwin Wagenhofer absolvierte seine Ausbildung am Technologischen Gewerbemuseum Wien in der Abteilung Nachrichtentechnik und Elektronik. Es folgte eine dreijährige Entwicklertätigkeit bei Philips Österreich in dessen Video-Abteilung. Wagenhofer realisierte in dieser Zeit erste Kurzspielfilme. Als ersten von diesen stellte er 1981 Endstation normal fertig. Sein 1983 gedrehter Kurzfilm Das Loch wurde am Filmfestival Krakau gezeigt.

1983 wechselte er in die Filmbranche, wo er bis 1987 als freischaffender Regie- und Kameraassistent bei diversen ORF-Produktionen sowie Spiel- und Dokumentarfilmen tätig war. Seit 1987 ist er freischaffender Autor und Filmemacher. Als solcher erstellte er 1988 sein erstes filmisches Künstlerporträt: in Das Fragmentarische in der Kunst porträtiert er Oswald Oberhuber. Der Film wurde in der ORF-Sendung kunst-stücke sowie an den Österreichischen Filmtagen Wels gezeigt.

Von 1995 bis 2000 war er Lehrbeauftragter an der Donauuniversität in Krems, er unterrichtete dort an der Europäischen Journalismus Akademie die Fächer Kamera und TV-Dokumentation. Von 2002 bis 2010 war er Lehrbeauftragter an der Universität für angewandte Kunst in Wien. Seit 2001 hat Wagenhofer auch einige Drehbücher zu Spiel- und Dokumentarfilmen fertiggestellt, die bisher nicht realisiert wurden. Hierzu zählen die Spielfilmdrehbücher Vergiss Neider! (2001) und Ach Paul... (2005) sowie das Drehbuch für die Dokumentation C2H5OH – Äthanol oder schlicht Alkohol (2003).

2005 realisierte Wagenhofer seinen ersten Langdokumentarfilm fürs Kino: We Feed the World. Die von der Allegro Film produzierte Dokumentation handelt von der zunehmenden Industrialisierung der Nahrungsmittelproduktion und wirft einen kritischen Blick auf die internationale Agrarpolitik, insbesondere auf die Rolle der EU in diesem Zusammenhang. Der Film erreichte europaweit über 800.000 Besucher[2], wurde an zahlreichen Festivals gezeigt und mehrfach ausgezeichnet.

Anlässlich des Weltspartags, der in Deutschland am 30. Oktober 2008 begangen wurde, startete Wagenhofers neuer Dokumentarfilm Let’s Make Money in den deutschen Kinos, in Österreich am Tag darauf. Der Film dokumentiert die Geldströme im globalen Finanzsystem und bezeugt die ungleiche Vermögensverteilung auf der Welt sowie innerhalb von Gesellschaften.

2010 stellte Wagenhofer seinen ersten Kinospielfilm vor. Black Brown White erzählt die Geschichte eines österreichischen Fernfahrers, der aus Marokko nicht nur Gemüse nach Österreich transportiert, sondern gegen hohe Bezahlung in seinem Sattelschlepper auch Afrikaner illegal nach Spanien bringt. In diesem fiktionalen Werk weist Wagenhofer ebenfalls auf eklatante Missstände im Gesellschaftssystem der Industriestaaten hin.

Nach den Themen Ernährungsindustrie und Geldwirtschaft stellte Wagenhofer 2013 seinen Dokumentarfilm Alphabet vor,[3] der sich kritisch mit den internationalen Bildungssystemen auseinandersetzt.

Filmografie

Erwin Wagenhofer (2005)

Bei der Premiere seines Films We Feed the World im Gartenbaukino Wien.

  • 1981: Endstation normal (Kurzspielfilm)
  • 1982: Der stumme Frühling (Kurzspielfilm)
  • 1983: Das Loch (Kurzspielfilm)
  • 1988: Das Fragmentarische in der Kunst (Filmporträt, mit und über Oswald Oberhuber; Erstausstrahlung: ORF kunst-stücke)
  • 1990: Wettertanz (Filmporträt, mit und über Christian Ludwig Attersee; Erstausstrahlung: ORF)
  • 1995: Chasing After The Molecule (Dokumentarfilm, 58 min[4])
  • 1997: Off Screen (Portraits von Filmgewerbetreibenden abseits der Leinwand; Erstausstrahlung in „100 Jahre Kino“)
  • 1998: Menschen am Fluss (Dokumentation, Erstausstrahlung: ORF Nightwatch)
  • 1999: Die vergorene Heimat (Erstausstrahlung: Bayerischer Rundfunk)
  • 1999: Daheim in Europa (Dokumentation)
  • 2000: Der Gebrauch des Menschen (Filmporträt mit und über Aleksandar Tišma, 90 min)
  • 2001: Limes … Aktion Limes (Kurzdokumentation)
  • 2002: Moving Vienna (Kurzdokumentation)
  • 2002: Agnes … (Kurzspielfilm)
  • 2003: Operation Figurini (Dokumentarfilm, 55 min)
  • 2005: We Feed the World (Dokumentarfilm, 100 min)
  • 2008: Let’s Make Money (Dokumentarfilm, 110 min)
  • 2010: Black Brown White (Kinofilm, 107 min)
  • 2013: Alphabet (Dokumentarfilm, 113 min)

Auszeichnungen

Publikationen

Einzelnachweise

  1. IMDb.com: Erwin Wagenhofer
  2. lumiere.obs.coe.int – Datenbank über Filmbesucherzahlen in Europa (Seite abgerufen am 28. Oktober 2008)
  3. Webseite Alphabet – der Film
  4. www.enriquerewald.com.ar – Bibliography (Memento vom 7. April 2005 im Internet Archive)
Quelle https://de.wikipedia.org/wiki/Erwin_Wagenhofer

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